von Jannis Borgmann
DrumHeads!!: André, wie und wann bist du zu Rage gekommen?
André Hilgers: Ich bin praktisch mit Rage aufgewachsen, war auch ein echter Fan und stand bei den Konzerten fast immer in der ersten Reihe. Als ich mit meiner damaligen Band Axxis in Spanien auf einem Festival spielte, waren die Jungs von Rage auch vor Ort. Victor, den Gitarristen von Rage, kannte ich schon von einer Produktion mit Silent Force. Backstage saßen wir dann alle bei einem Bier zusammen und ich schlug Victor einfach vor, mich anzurufen, wenn er mal ein Soloprojekt startet und einen Drummer braucht. Zwei Wochen später klingelte dann bei mir das Telefon und er fragte, ob ich Zeit hätte, auf einem Sampler für Nuclear Blast zu trommeln. Ich willigte natürlich sofort ein und schnell wurden aus einem Song gleich mehrere, die wir im Studio aufnahmen. So konnte mich Victor auch schlagzeugtechnisch unter die Lupe nehmen. Das lief alles wunderbar, und nachdem ich auch noch Sänger und Bassist Peter überzeugen konnte, fragten sie mich nach Beendigung der Produktion, ob ich nicht bei Rage einsteigen will.
DH!!: Du bist ja schon seit vielen Jahren mit Bands unterwegs. Wie sah das finanziell bei dir aus, konntest du davon leben?
André: Also, seit einigen Jahren kann ich von der Musik ganz gut leben. Ich habe eine Ausbildung zum Energieanlagen-Elektoniker gemacht und auch noch einige Jahre in dem Beruf gearbeitet. Meine Jahresurlaube gingen natürlich dann immer für Touren und Produktionen drauf. Ich habe den Beruf nur gemacht, damit der Kühlschrank immer voll war und ich das machen konnte, worauf ich Bock hatte, also Musik machen. Wir haben damals auch schon CDs aufgenommen und verkauft, nur hat das damals nicht gereicht. Heute ist es ja noch viel schwerer geworden, Geld mit Plattenverkäufen zu verdienen. Deswegen spielt sich auch alles auf dem Livesektor ab. Die Kuchenstücke werden immer kleiner, weil es einfach so viele Bands gibt, die sich durch die Medien schnell vermarkten können. Und leider veröffentlichen einige Plattenfirmen auch viel Schrott. Deswegen darf man sich auch nicht nur auf eine Sache festlegen. Ich für meinen Teil gebe seit einigen Jahren Schlagzeugunterricht, und das ist mittlerweile sogar ein zweites Standbein geworden.
DH!!: Wo findet der Unterricht statt, was erwartet den Schüler bei dir?André: Das Ganze findet noch bei mir zu Hause statt. Demnächst werde ich aber mit einem Freund ein Schlagzeugschule aufmachen. Sehr junge Leute, deren Eltern Metalfans sind und davon gehört haben, dass ich Unterricht gebe, kommen zu mir. Aber auch Profis oder Musikschullehrer aus der Gegend. Dabei zählt nicht nur Rockdrumming zu den Inhalten, sondern auch alle anderen Stile. Rudiments und Notenkenntnisse gehören ebenso dazu. Noten lesen zu können finde ich besonders wichtig, und das versuche ich auch schon den jungen Kids zu vermitteln
Das vollständige Interview lest ihr in Ausgabe 4/10 von DrumHeads!! |