Hakim Ludin

Der mit den Fingern tanzt

Auf so vielen verschiedenen Percussioninstrumenten wie Hakim Ludin sind nur wenige Musiker zu Hause. Als musikalischer Leiter der „Rhythm“-Seminare in Marktoberdorf engagiert er sich für die Ausbildung junger Künstler und lernt selbst eine Menge dabei. Während seiner Workshop-Tour im Dezember trafen wir ihn vor dem Auftritt in seiner Garderobe.




Hakim Ludin

DH!!: Lernen Percussionisten anders als Drumset-Spieler, weil sie direkten Körperkontakt zu ihren Instrumenten haben?
Hakim: Ja, das glaube ich. Zum Beispiel erzählte mir Ed Thigpen, als er sich mit dem Tamburin auseinander setzte: „Seit ich die Instrumente mit der Hand spiele, habe ich einen vollkommen anderen Grip.“ Umgekehrt haben moderne Percussionisten wie Giovanni Hidalgo angefangen von den Rudiments zu lernen – Singlestrokes, Doublestrokes, Paradiddles und all das. Früher – man sieht das bei Pionieren wie Mongo Santamaria – haben die Percussionisten immer Tesa an den Händen gehabt, weil sie laut spielten. Jetzt haben wir eine neue Zeit. Was soll ich spielen, wenn mein Solo nach Thomas Lang kommt? Man hat Techniken entwickelt. Man muss Musiker in Indien sehen – wieso spielen sie so schnell? Sie spielen sehr niedrig. Wenn Steve Gadd einen Wirbel spielt, ist er sehr nah am Fell und trotzdem klingt es luftig. Wir haben Finger- und Handgelenke, die müssen wir stärken. Wenn ein Drummer Clave lernt, spielt er sie. Percussionisten müssen sie singen.

DH!!: Auch wenn Drumset und Percussion vieles gemeinsam haben, habe ich den Eindruck, dass es bei jungen Drummern oft eine Hemmschwelle gegenüber beispielsweise einer Conga gibt.
Hakim: Das Problem ist, dass viele sagen: „Percussion kann jeder spielen.“ Ein Drummer übt lange Singlestrokes und genauso lange muss man den offenen Schlag auf der Conga üben. Dafür haben sie oft zu wenig Geduld. Es gibt in Deutschland nur wenig Drummer, die mit Percussionisten auftreten – ich verstehe gar nicht, warum. Das ist wichtig, damit Drummer von Percussionisten lernen und umgekehrt. Als Konstantin Wecker mich engagierte, sagte er: „Ich hab noch nie mit einem Percussionisten zusammengearbeitet und jetzt machen wir etwas.“ Ich habe mir die Lieder angehört und versucht, ihn mit einfachen Mitteln zu begleiten, mit Wassertrommeln, Becken und neuen Sounds. Als Percussionist und Drummer musst du eine Phantasie entwickeln. Nena braucht etwas anderes als Kons-tantin Wecker.


 


Das vollständige Interview lest ihr in Ausgabe 2/10 von DrumHeads!!






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