DH!!: Mit Bonfire konntest du auch in großen Hallen international spielen. Macht das als Schlagzeuger glücklich? Jürgen: Ja, wenn man komplett hinter der Band steht. Ich habe mit den Jahren damit ein Problem bekommen, dass sich mein Musikgeschmack weiterentwickelt hat. Die Band hat sich aber nicht so weiterentwickelt, wie ich mir das vorgestellt habe. Wenn man eigene Musik macht und nicht dahinter steht, dann wird das schnell zu einem Routinejob.
DH!!: Wie weit kannst du deinen musikalischen Idealismus zurücknehmen, wenn du den Zwang hast, dich als Profidrummer von irgendetwas ernähren zu müssen? Jürgen: Den kann man schon eine Zeit lang zurücknehmen und trotzdem gut spielen. Aber das macht dich auf Dauer nicht glücklich. Ich fahr schon lange zweigleisig (Jürgen ist Aktivposten im Troyan Drumshop, München, Anm. d. A.). Ich habe mir das zweite Standbein gesucht, um es mir leis-ten zu können, musikalisch genau das zu machen, worauf ich Lust habe.
DH!!: Spielt es sich leichter in der Band, wenn man nicht den Druck hat, Geld verdienen zu müssen? Jürgen: Ja klar. Um noch mal auf das Bonfire-Ding zurückzukommen: Ich habe ja noch nicht mal in den Hochzeiten Ende der 80er mitgespielt, sondern bin Mitte der 90er dazugekommen. Das war aber immer noch ziemlich fett damals. Wir haben jetzt aber 2010 und das Musikgeschäft hat sich um 180° gedreht. Gagen, die Bands damals bekommen haben, und die Größenordnung der Plattenverkäufe, das sind heute Utopien. Heutzutage kann ein Schlagzeuger nur davon leben, wenn die Band in der ersten Liga mitspielt.
DH!!: Welches sind denn heute deine Ziele? Jürgen: Bei Megaherz läuft live immer ein HD-Player mit Sounds und Effekten mit. Das war schon immer so und zeichnet den Sound der Band aus. Innerhalb des ersten Jahres bei Megaherz habe ich gemerkt, was geil dran sein kann, wenn diese Maschine ständig dabei ist. Was Präzision für eine Herausforderung sein und wie man trotzdem Freiheit innerhalb des Clicks haben kann, macht für mich den Reiz aus. Also, gut spielen und innovativ sein und trotzdem das mit der Maschine in Einklang bringen.
Das vollständige Interview lest ihr in Ausgabe 2/10 von DrumHeads!!
|