Jürgen Spiegel

Tendenz steigend

Seinen Namen kennt wohl nicht jeder. Dabei hat Jürgen Spiegel von „Rock am Ring“ bis „Hurricane“ alle großen Festivals gespielt: mit Bands wie Torn, oder SupaRed mit Ex-Helloween Frontmann Michael Kiske. Mit einem Jazztrio ist er derzeit international unterwegs. Ebenso als Komponist und Produzent. Seine Kompositionen laufen im arabischen Sender Al Jazeera. Während des Interviews zeigt er Videoclips von sich: im Rolls Royce vor einem Edel-Hotel im arabischen Emirat Abu Dhabi.


von Cord Radke


Jürgen Spiegel

DrumHeads!!: Wie ist denn die Abu-Dhabi-Connection zustande gekommen?


Jürgen Spiegel: Über die arabische Firma Airtime in Dubai, die dort viel fürs Fernsehen dreht. Es gab die Idee, einen Tonträger mit Beduinengesängen aus der Wüste und westlichen Einflüssen zu produzieren. 


 


DH!!: Warum fragen die da dich, einen deutschen Drummer?


Jürgen: Ein Bekannter von mir hatte das Angebot, hat es abgelehnt und mir die Telefonnummer gegeben. Ich dachte mir, ich ruf da mal an. Der Typ am anderen Ende der Leitung lud sich zu mir zu Besuch ein und meinte: „Hier hast du ein paar Stimmen, mach mal was!“ Ich habe das reharmonisiert. Das und die Beats fand Airtime total gut und dann hab ich den Auftrag bekommen. Wir hatten die Release-Party im Emerald Palace Hotel, das ist das reichste Hotel der Welt – da ist alles aus Gold und Diamanten.


 


DH!!: Spielt da auch der Video-Clip, in dem du im weißen Anzug im Rolls Royce herumgefahren wirst?


Jürgen: Das ist die Dokumentation der Release-Party, ja. Da wurden ganz viele unterschiedliche Szenen gedreht, um daraus einen Trailer zu machen.


DH!!: Du hast ja auch einen Musik-Trailer für den arabischen TV-Sender Al Jazeera komponiert. Erzähl mal, wie man zu so was kommt.


Jürgen: Die haben eine Wissenschaftsendung gemacht und jemanden gesucht, der den Soundtrack macht. Airtime hat mich empfohlen. Da kontaktierten mich die Jungs von Al Jazeera und sagten mir, was sie ungefähr haben wollen. Und dann baute ich einen Trailer und den haben die sofort genommen. Der läuft da seit drei Jahren – mit 40 Millionen aktiven Zuschauern.


 


DH!!: Das heißt, in den Arabischen Emiraten bist du berühmt?


Jürgen: Was heißt berühmt? Ich hab da einen Fuß auf dem Boden. Dieses Jahr kommt meine Beduinen-CD „Nomad Nights“ übrigens in Europa und in den USA raus – auch als Hardcover.


 


DH!!: Nur mit trommeln hast du dich anscheinend noch nie begnügt?


Jürgen: Klavier habe ich auch studiert, als Zweitfach. Ich habe auch einen Flügel zu Hause. Wenn ich nicht am Schlagzeug sitze, spiele ich sehr gerne Klavier. Ich wollte einfach mehr. Nicht dass mir Schlagzeug nicht gereicht hätte, aber ich wollte auch auf anderen Gebieten mehr rausfinden und habe mich damit auseinandergesetzt: mit Komposition oder mit produzieren. Das ist immer mehr geworden. Vom Herzen her bin ich Schlagzeuger, aber die andere Welt interessiert mich sehr.


 


Das vollständige Interview lest ihr in Ausgabe 4/10 von DrumHeads!!






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