von Cord Radke
DrumHeads!!: Klaus, Christina Stürmers Karriere begann mit dem 2. Platz in der Casting-Show „Starmania“ im österreichischen TV. Wurdet ihr als Band dazu geholt?
Klaus Pérez-Salado: Ja, sie hat danach sofort gesagt, dass sie eine eigene Band haben und auf Deutsch singen will. Sie hatte eine ganz klare Vision. Es gab da zwar schon eine Band, aber das war eher eine Hobby-Band.Unser Bassist und ich haben damals schon mit ihrem Produzenten gearbeitet und so führte das eine zum anderen.
DH!!: Casting-Shows haben derzeit immer noch großen Zulauf. Viele erhoffen sich, dadurch groß rauszukommen. Als Schlagzeuger könnte man sagen: ‘Das ist es! Wenn ich in so einer Band mitspiele, dann toure ich durch die Welt und habe ein Haus in Malibu ...‘ Wie sieht die Realität aus?
Klaus: (lacht) Die ist natürlich ganz anders: Es ist ein harter Job. Und es wird auch immer schlimmer, durch die ganzen rückläufigen CD-Verkäufe. Man darf sich das nicht so vorstellen. Die Leute, denen das passiert, die machen vielleicht einen von 100.000 aus. Und oft ist der Erfolg sehr kurzlebig. Für mich war einfach klar: Ich spiele, spiele, spiele. Ich mache das seit mittlerweile 20 Jahren. Prinzipiell gehe ich immer davon aus, dass ich meine 80 bis 150 Gigs im Jahr spielen muss, um davon leben zu können. So viel bleibt am Ende nicht übrig, aber es ist mir sehr bewusst, dass ich meinen Lebensunterhalt mit dem verdienen darf, was mir am meisten am Herzen liegt, und allein das ist eigentlich schon ein Luxus...
DH!!: Ist Christina Stürmer für dich ein Job mit klaren Vorgaben?
Klaus: Ja und nein. Wir sind ja ein Pop-Rock-Act – mit der Gratwanderung, dass wir uns in den Charts bewegen, aber live wesentlich rockiger spielen.
DH!!: Aber trefft ihr euch im Überaum zum Jammen, oder sind die Songs schon fertig?
Klaus: Wir jammen schon, aber die Songs entstehen großteils nicht durch uns. Es gibt sehr viele Songwriter, die Songs schicken. Produzent, Plattenfirma und Management sammeln diese Songs, inklusive unserer. Die werden genauso in den Pot geschmissen wie alle anderen. Auf dem aktuellen Album haben wir es ein bisschen anders gemacht: Da gab es einen Pool von nur 10 Songwritern plus die Bandmitglieder. Erst gegen Schluss der Vorproduktion hat man aufgemacht für weitere Songwriter und weitere Songs. Christina hat ihr Studio zu Hause. Da haben wir dann geprobt und die Vorproduktion gemacht. Ich nehme dabei sehr gerne Ideen von außen auf, wenn sie gut sind. Man gibt dann sowieso sein eigenes Feel dazu. Grade von Leuten, die keine Schlagzeuger sind, kommen oft Ideen, auf die kein Drummer kommen würde. Die übernimmt man und transportiert sie quasi in die Schlagzeugersprache. Das ist sehr erfrischend.
DH!!: Wo du die Schlagzeugersprache erwähnst: Wie stehst du denn zum Solo-Drumming? Fan oder Feind?
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Das vollständige Interview lest ihr in Ausgabe 3/11 von DrumHeads!! |