Mike Wengren
Harte Grooves auf Toms und ChinaMetal in Millionenauflage – vor allem in den USA gehören Disturbed zu den Großverdienern ihres Genres. Nun hat das Quartett ihr viertes Studioalbum „Indestructible“ fertig, über das wir Mike Wengren ausfragten.

Christian Wenzel
DrumHeads!!: Welcher ist dein Lieblingssong der neuen CD? Mike Wengren: Weißt du, für mich ist es immer schwierig einen Lieblingssong zu benennen, weil – das mag vielleicht merkwürdig klingen – alle Songs wie Kinder für uns sind. Was ich aber sagen kann: Einer meiner Lieblingssongs der neuen Platte ist definitiv „Enough“. Der Grund dafür ist, dass es einige wirklich coole Polyrhythmen gibt und auch einige schnellere Doublebassdrums in der Bridge. Für mich als Drummer ist es einer der aktivsten Songs. Es macht einfach Spaß ihn zu spielen. DH: Das ist lustig, denn es ist auch mein Lieblingssong der Scheibe. Für mich gibt es darin drei bemerkenswerte Elemente, die dein gesamtes Spiel charakterisieren: Tom-Tom-Grooves, Doublebasspatterns und deine Arbeit mit den Chinese-Becken. Und darüber würde ich gerne mit dir sprechen. Mike: Ja, das ist okay. DH: Lass uns mit den Tomgrooves beginnen. Wie kreierst du sie? Mike: Eigentlich basieren die meisten auf den Gitarrenriffs. Die Band agiert sehr rhythmisch, auch sehr synkopiert. In der Vergangenheit bin ich dem Gitarrenriff immer mit der Bassdrum gefolgt. Wir machen das immer noch sehr viel. Aber ich versuchte auf „Indestructible“, ein wenig darüber hinauszuwachsen und nicht immer so vorhersehbar zu sein. Wir experimentierten damit, dass ich mich für kurze Zeit von der Gitarre entfernte, mal nur ein ganz simples Pattern hier oder ein einfacher Wirbel auf den Basses dort. Aber der Musik fehlte noch etwas, was die Tightness, die Geschlossenheit von Gitarre und Bassdrum betraf. Ich habe also damit begonnen – schon ein wenig auf dem letzten Album, aber jetzt noch verstärkt – mit den Tompatterns der Gitarre zu folgen. Beispielsweise fange ich in der ersten Hälfte einer Strophe mit einem einfachen Kickpattern an und spiele das Gitarrenriff auf den Toms. Und in der zweiten Hälfte füge ich ein Achtel- oder 16tel-Bassdrumteppich hinzu, während ich das Tompattern aufrecht erhalte, um dem Ganzen einen anderen Unterbau zu geben.
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