von Cord Radke
DrumHeads!!: Du nennst auf der Primal-Fear-Website einige deiner Lieblingsmusiker, die ich mich als Metal-Drummer nicht trauen würde, laut zu sagen. Dido zum Beispiel...
Randy Black: Meine Freundin, die Ägyptologin ist, kam von einer Ausgrabung zurück und brachte die Dido-CD mit. Die gefiel mir wirklich. Loreena McKennitt mag ich zum Beispiel auch.
DH!!: Loreena McKennitt? Die steht im CD-Regal aber auch nicht unter ‚Hard und Heavy‘, oder?
Randy: Sie spielt mit einer Band, die allein drei oder vier Percussionisten hat. Die spielen jede Menge exotischer Trommeln und Percussioninstrumente. Ich war mal bei einer Live-Show von ihr, die gehört zum Besten, was ich je gesehen habe. Außerdem ist sie aus Kanada. Ich liebe ihre Stimme und Musik. Zugegeben nicht so typisch für einen Metal-Typen wie mich, aber ich mags einfach.
DH!!: Auch nicht gerade typisch ist, dass man dich auf dem letzten Udo Lindenberg Album trommeln hören kann. Wie kam es dazu?
Randy: Ich hab ein paar Jahre lang mit einer Band aus Berlin gespielt, Skew Siskin. Deren Gitarrist Jim schreibt unter anderem Songs für Udo Lindenberg und fragte mich, ob ich bei zwei Demos mitspielen würde. Udo gefiel eins davon so gut, dass er es für sein Album „Stark wie zwei“ nahm. Normalerweise spielen sie alles neu ein. Aber ich glaube, Udo, der ja selber Drummer ist, mochte die originalen Drums vom Demo lieber. So landete ich auf seinem Album bei dem Song „Zwischen Hildesheim und Alzheim“. Davor wusste ich gar nicht, wie bekannt Udo hier ist.
DH!!: Bei Peter Fox hast du auch mal mitgemischt?
Randy: Das war auch eine tolle Erfahrung. Ich war einer der Affen im Video zu dem Song „Alles neu“. Den Job kriegte ich über die Drum Connection, eine Berliner Schlagzeuger-Gruppe, wo ich als Sub mitspiele. Ich wusste nicht mal, wer Peter Fox ist. Wir spielten die Snaredrums in dem Video. Das war harte Arbeit, weil die Teile schwer waren und wir Geschirre unter den Anzügen tragen mussten. Und heiß war es! Weil wir diese Masken aufhatten. Damit sind wir mit Peter Fox auch bei Stefan Raabs „TV total“ aufgetreten. Wegen dieser Maske wäre ich fast die Showtreppe runtergefallen.
DH!!: Eigentlich bist du ja auch Metaldrummer und kein Affendarsteller ...
Randy: Ja, stimmt. Obwohl ich eher durch einen Zufall zum Metal kam. Ich hatte früher eine Rush-Coverband in Kanada. Und die Jungs von Annihilator waren Fans von uns. Und als Mike Mangini Annihilator verließ, sagten die: ‚Lass uns doch diesen Drummer von der Coverband fragen‘. Sie riefen mich an, der ich überhaupt nichts von Metal wusste, und schickten ein Tape. Ich hörte Mike Manginis Drumming und fand die Musik herausfordernd. Ich dachte: ‚Ich versuchs. Das ist mal was anderes.‘ Ich bekam den Job, tourte mit Annihilator durch die Welt – so wurde ich als Metaldrummer bekannt.
DH!!: Zur Frankfurter Musikmesse erschien deine erste DVD „The Black Book – Eine Einführung in kreatives Metaldrumming“. Was verstehst du darunter?
Randy: Was ich auch in meinen Workshops erzähle: Jedem Musikstil gegenüber offen sein. Du kannst dir nie sicher sein, wohin die Reise geht. Metal-Drumming hat den Ruf, nur schnelles Doublebassdrum-Spiel zu sein. Das stimmt auch zum Teil. Was ich mit dem Titel meine, ist, dass ich an verschiedenen Stilen arbeite und versuche, diese in Metal-Musik einzubringen, wie bei meiner Band Dusk Machine. Je mehr an unterschiedlichen Stilen du lernst, desto kreativer kannst du sein.
Das vollständige Interview lest ihr in Ausgabe 5/10 von DrumHeads!!
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